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Nürnberg - Inspektor "Barnaby" schlug wieder zu

Herausgegeben von Tommy in Archiv · 13/1/2012 02:29:48

"Inspector" Barnaby schlug wieder zu
Hund, der die Autodiebe erschnüffelte - 13.01.2012 08:00 Uhr

Nürnberg  - Der beste Freund des Menschen ist ein wahres Arbeitstier. Immer wieder verhelfen speziell ausgebildete Hunde der Polizei zu Ermittlungserfolgen. Den Fund der Woche steuerte "Barnaby" von der Polizeihundestaffel Nürnberg bei. Ihm gelang innerhalb kürzester Zeit, worum sich 200 Beamte vergeblich bemüht hatten: Er erschnüffelte einen Autodieb in dessen Versteck im Unterholz.


Der Held des Tages: Mantrailinghund Barnaby.
Foto: nn

Barnaby macht seinem Namen alle Ehre. Ganz wie der beliebte, wenn auch nur zweibeinige TV-Ermittler aus der Serie „Inspector Barnaby“ macht der Personenspürhund der Rasse Griffon Bleu de Gascogne gemeinsam mit seinem Führer Thomas Wendler Verbrecher dingfest. Sein wichtigstes Arbeitsgerät ist dabei die Schnüffelnase: Verfügt ein Mensch über rund 5 Millionen Riechzellen, sind es bei einem Hund je nach Rasse bis zu 200 Millionen.

Als Faustregel gilt hier: Je länger die Schnauze, umso mehr Riechzellen passen auch hinein. Zudem können Hunde Geruchsbilder in ihre Einzelteile aufspalten und so ganz explizit nach einem bestimmten Geruch in der gesamten Mischung suchen, die sie vorfinden.

Ordnungshüter weltweit machen sich die Fähigkeiten der Vierbeiner bereits seit Jahrhunderten zunutze. Der erste Polizeihund soll angeblich bereits im 12. Jahrhundert in einer Französischen Hafenstadt auf Streife gegangen sein, in England waren sie im 19. Jahrhundert Whiskeyschmugglern auf der Spur. In Deutschland hingegen werden Hunde erst nach 1900 eingesetzt, seit 1970 bemüht man sich um Spezialisierung bei der Ausbildung der Tiere. Rauschgift-, Waffen- und Sprengstoffhunde sind von Bahnhöfen und Flughäfen nicht mehr wegzudenken; Brandquellen- und Leichensuchhunde helfen der Kriminalpolizei bei der Arbeit.

Großfahndung zwischen Laufamholz, Schwaig und Brunn
In einem Waldstück findet seit Mittwochmorgen eine intensive Fahung nach einem Autodieb statt. Die Polizei sucht einen Mann, der womöglich Teil einer größeren Gruppe ist. Der Mann flüchtete vor einer Zivilstreife, sein Auto wurde aber schon wenig später an der Anschlussstelle “Mögeldorf“ der Autobahn 3 gefunden.

Personenspürhunde sind dabei die Spezialisten unter den Spezialisten. Anders als bei der Fährtenarbeit, bei der die Hunde der Spur von Bodenverletzungen durch den Fußabdruck – beispielsweise zertretene Grashalme – folgen, heften sich Mantrailer an den tatsächlichen Personengeruch. So können sie auch in bebautem Gebiet und in Gebäuden auf der richtigen Spur bleiben.

Der Geruch eines Menschen ist einzigartig: Pro Minute verliert er Zehntausende Hautzellen und legt somit eine unverwechselbare Spur, die die Hunde selbst nach Regenschauern oder in belebten Fußgängerzonen nicht verlieren. Im Fall des Autodiebes lieferte das vom Dieb angefassteLenkrad des gestohlenen Wagens die Geruchsprobe, erläutert Norbert Hofmayer, Leiter der zentralen Diensthundestaffel Mittelfranken – und damit Barnabys Vorgesetzter – die Vorgehensweise.

So war es für den Hund, dessen Dienststelle sich in der Regensburger Straße befindet, auch eher eine leichte Übung, den Flüchtigen im Unterholz zu finden. „Vom Vorsetzen des Geruchsprobe bis zum Zugriff dauerte es gerade einmal 20 Minuten“, lobt Hofmayer nicht ohne Stolz die Effektivität des Hundes. Ein „Highlight“ nennt er den Blitzzugriff dank Barnaby. Dabei ist der Rüde mit seinen drei Lebensjahren noch gar nicht so lange im Geschäft - erst seit sechs Monaten ist er mit Führer Wendler, in dessen Privatleben er voll integriert ist, im Einsatz.

Rund 18 Monate dauert die Ausbildung der Tiere, die in Regel der bis zum zehnten Lebensjahr im Dienst bleiben. „Der Einsatz der Mantrailer ist in Bayern eine noch recht neue Disziplin“, sagt Hofmayer. Vor 2006 erledigten diese Arbeit zwar ebenfalls Spürhunde, die jedoch nicht explizit auf diese Art der Suche trainiert waren: „Die Spezialisierung ist eine Weiterentwicklung und weist den Weg in die Zukunft.“

Vier der insgesamt 52 in Mittelfranken eingesetzten Hunde sind mittlerweile Mantrailer. Nur eine Handvoll Rassen eignet sich aufgrund ihrer charakterlichen und physischen Eigenschaften zum Personenspürhund. „Der amerikanische Bloodhound beispielsweise ist prädestiniert für diese Arbeit“, erklärt Hofmayer. Aber: „Der Kostenaufwand bei diesen Tieren ist sehr hoch.“

Barnaby und seine Kollegen jagen aber nicht nur böse Buben: Auch bei der Suche nach vermissten Kleinkindern und Senioren kommen die Supernasen zum Zug. Insgesamt bestreiten die Vier rund 200 Einsätze im Jahr, und sind dabei äußerst erfolgreich.

Zu Kopf gestiegen ist Barnaby der schnelle Erfolg an der Autobahn übrigens nicht: Er begnügte sich mit einer Belohnung in Form von Hundekuchen.

Quelle: Nürnberger Zeitung vom 13.01.2012




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