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Neue Spürhunde für die Justizvollzugsanstalten Sachsen-Anhalts

Herausgegeben von in Pressemeldungen rund ums Diensthundewesen · 24/1/2015 22:25:54

In den Justizvollzugsanstalten Sachsen-Anhalts sollen künftig Hunde eingesetzt werden. Fünf neue Spürhunde sollen verbotene Handys und Drogen finden. Bisher stoßen Beamte bei Durchsuchungen an ihre Grenzen.

Für Janka ist das, was gerade in einer Zelle in der JVA Halle vor sich geht, nur ein Spiel. Hochkonzentriert schnüffelt sie am Boden, an Möbeln und am Bett. Irgendwo hier in diesem Raum hat ein Justizbeamter zu Testzwecken eine SIM-Karte und ein Handy verschwinden lassen.

Was für Janka ein Spiel ist, hat einen ernsten Hintergrund. Mit vier weiteren frisch ausgebildeten Spürhunden wird sie ab sofort im Kampf gegen den Handy- und Rauschgiftschmuggel in Sachsen-Anhalts Gefängnissen eingesetzt. Nach Sachsen ist Sachsen-Anhalt erst das zweite Bundesland, das Handyspürhunde einsetzt.

„Drogen und Handys spielen in der JVA keine untergeordnete Rolle“, sagt Hans-Jürgen Stach, Leiter des Gefängnisses in Halle. Das Drogenproblem ist für ihn „massiv“. Auch Justizministerin Angela Kolb (SPD) sagt: „Mit rein menschlichen Möglichkeiten stoßen wir an Grenzen“.

Dafür ist Janka, die gerade konzentriert durch die Zelle läuft, jetzt da. Zwar gibt es hier auf den ersten Blick nur wenige Versteckmöglichkeiten. Doch wer genug Zeit und Einfallsreichtum hat, kann die nur wenige Zentimeter große Plastik-Chipkarte auch hier vor den Beamten verstecken - und Zeit haben die, die hier einsitzen, genug.

In der Justizvollzugsanstalt Halle sind am Donnerstagmorgen fünf neue Spürhunde offiziell vorgestellt worden.

Doch Janka macht so schnell keiner etwas vor. Als sie mit ihrer Schnauze Richtung Bettdecke kommt, wird sie sofort unruhig. Ihr Diensthundeführer findet das Handy wenig später unter der Matratze. Auch die SIM-Karte, versteckt hinter einer Steckdose, bleibt der Hündin nicht verborgen, weil sie auf den Geruch des Metalls im Chip trainiert ist.

Handys sind im Gefängnis verboten, weil „Absprachen zwischen Untersuchungsgefangenen und Drogenbestellungen nach draußen verhindert werden sollen“, erklärt JVA-Leiter Stach. Eingeschmuggelt werden Handys in Briefen und Paketen. Manchmal werden sie über die Gefängnismauer geworfen. Die Häftlinge verstecken die Geräte auch in Kissen und Matratzen.

Zwar dürfen Insassen telefonieren, allerdings nur über ein dafür vorgesehenes Gefängnistelefon. Dafür muss die Nummer angemeldet werden und wird dann überprüft. Abgehört würden diese Telefonate jedoch nicht, betont der Anstaltsleiter.

Doch Spürhunde suchen nicht nur nach Handys, sondern einige der Tiere sind auch für die Suche nach Drogen ausgebildet. So schnüffelt der Malinois-Herder-Mischling „Nero“ gerade die Reihe der Nähmaschinen in der Schneiderei ab. Dort wird auch Bettzeug für die Gefängnisse und den freien Markt genäht. Die Übung meistert er mit Bravour: Obwohl der weitläufige Raum Tausende Versteckmöglichkeiten bietet, ist das Päckchen unter einem Stoffhaufen schnell gefunden.

Sechs bis acht Stunden hat „Neros“ Frauchen täglich mit ihm trainiert. Und das Tier ist noch weiter lernfähig. Falls neue Arten von Drogen das Gefängnis erreichen, kann „Nero“ auch mit diesen vertraut gemacht werden und sie dann erschnüffeln.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung




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